Gegen Köln an die Leistung in Tübingen anknüpfen

Foto: Gero Müller-Laschet

2. Basketball Bundesliga

Gegen Köln an die Leistung in Tübingen anknüpfen

Nach dem überzeugenden 84:66-Auswärtssieg in Tübingen am vergangenen Wochenende hat der BBC Bayreuth am Samstag, 21. Februar, um 19 Uhr im Rahmen des 24. Spieltages der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA im Heimspiel gegen die RheinStars Köln die Möglichkeit, einen weiteren großen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu machen.

Gegner RheinStars Köln im Portrait

Der Traditionsstandort Köln – man kann auf eine fast 30-jährige Bundesligageschichte mit fünf deutschen Meisterschaften und sechs Pokalsiegen zurückblicken – lebt mit dem Aufstieg der RheinStars am „grünen Tisch“ am Ende der vergangenen Spielzeit in der ProB wieder auf. Sportlich war man eigentlich bereits in der ersten Runde der ProB-Playoffs an Lok Bernau gescheitert. Im Sommer 2024 hatte man sich als ProB-Vizemeister sportlich für die ProA qualifiziert, durfte aber aufgrund des Fehlens einer adäquaten Spielstätte nicht aufsteigen. Diese Spielstätte hatte man nun mit der „Motorwelt“ am Butzweilerhof im Kölner Nordwesten und bewarb sich daher für eine Wildcard in der ProA, die von der Liga letztlich wegen freigewordener Plätze auch zugeteilt wurde.

Bayreuth und Köln sind vor der Partie mit jeweils 18:28 Zählern nach 23 Spielen als Tabellennachbarn auf den Plätzen 13 und 12 punktgleich. Seit dem 90:82-Heimsieg im Hinspiel gegen den BBC Bayreuth am 11. Januar haben die Kölner zwei Siege aus sechs Partien gefeiert. Gewonnen wurde gegen die ebenfalls im Abstiegskampf befindlichen Teams SBB Baskets Wolmirstedt und Uni Baskets Münster. Zuletzt unterlagen die Rheinländer am vergangenen Sonntag in eigener Halle knapp mit 76:79 gegen die Eisbären Bremerhaven.

Die Kölner ärgerten sich nach der Partie, weil gegen den Favoriten von der Nordseeküste mehr möglich gewesen wäre. „Es war ein gutes Spiel von uns, auf Augenhöhe mit einer cleveren Mannschaft, in dem wir aber in den entscheidenden Momenten beinahe immer einen Fehler gemacht haben. Bremerhaven hat in diesen Phasen smarter und klüger gespielt, das war der kleine, aber feine und ausschlaggebende Unterschied“, sagte Stephan Baeck, der Geschäftsführer Sport der RheinStars im Anschluss an die Partie. Die Bremerhavener waren ohne ihren Star-Neuzugang John Bryant angereist, da sich dieser gleich bei seinem ersten Training mit den Eisbären an der Achillessehne verletzt hatte.

Ein Blick in die Statistik verstärkte den Ärger über eine erneut verpasste Chance des Underdogs, der auch das Hinspiel an der Nordsee nur mit zwei Punkten verloren hatte. Köln war statistisch betrachtet effektiver (95:84), holte mehr Rebounds (35:30), hatte mehr Assists (17:15), weniger Ballverluste (9:13), mehr Steals (9:5), warf aus dem Spiel heraus mehr Punkte (65:59). Und lag eigentlich nur in der letztlich ausschlaggebenden Statistik hinten, den Gesamtpunkten. „Wir brauchen alle Spieler von Anfang an bis zum Ende wach auf dem Feld, aber das schaffen wir nicht konstant. Das fehlt den Jungs und daran werden wir weiter hart arbeiten“, bemängelte Headcoach Zoran Kukic nach dem Spiel gegen Bremerhaven.

Topscorer der RheinStars ist aktuell Cedric Russell mit im Schnitt 14,8 Punkten, 2,5 Rebounds, 2,2 Assists und einer Dreierquote von 40,4 Prozent in 17 absolvierten Spielen. Der 26-jährige US-amerikanische Pointguard mit Führungs- und Scoringqualitäten wurde Anfang November 2025 nachverpflichtet, kam vom FIBA Europe-Cup-Teilnehmer KP Trepca Mitrovice aus dem Kosovo und war in der Saison 2024/25 für die Traiskirchen Lions in Österreich aktiv.

Zum Rückrundenbeginn kam der 26-jährige Forward Kenny Baptiste neu zu den Kölnern. Der zuletzt bis September 2025 in der ersten französischen Liga bei CSP Limoges aktive und seitdem vereinslose Franzose erhielt einen Vertrag bis Saisonende und überzeugte in seinen bisher sechs absolvierten Partien mit 12,8 Zählern und 6,7 Rebounds im Schnitt.

Der 30-jährige, 2,13 Meter große Center-Routinier Björn Rohwer ist seit 2023 Teil der RheinStars, hat bisher alle Saisonspiele absolviert und 12,0 Punkte, 4,4 Rebounds und eine bemerkenswerte Dreierquote von 46,2 Prozent bei 52 Versuchen auf dem Scoreboard stehen. Der 26-jährige kanadische Power Forward Adam Paige kam vor der Saison von den Itzehoe Eagles nach Köln. Mit durchschnittlich 9,1 Punkten und 3,6 Rebounds avancierte er zu einem der Leistungsträger der RheinStars.

Der frühere A2-Nationalspielmacher Haris Hujic kehrte als Neuzugang aus Trier nach zweijähriger Verletzungspause in Köln aufs Parkett zurück. Bislang hat der 28-jährige Shooting Guard 16 Partien für die RheinStars absolviert und dabei 8,7 Zähler und 1,6 Rebounds zu verzeichnen. Ein ligaerprobter Neuzugang ist Justin Onyejiaka. Der 21-jährige Small Forward kam zu Saisonbeginn von ProA-Absteiger RASTA Vechta II und scorte bislang 8,0 Punkte und 3,5 Rebounds. Von den Uni Baskets Münster wechselte Point Guard Jasper Günther (26), der mit einem Schnitt von 7,7 Punkten, 1,4 Rebounds und 2,7 Assists einen Stammplatz im Team einnimmt.

Der 28-jährige US-amerikanische Center Hall B Elisias hat nach einer Verletzungspause mittlerweile zwölf Partien für die RheinStars absolviert. Der von Horsens IC aus Dänemark gekommene Big Man hat bislang im Schnitt 6,0 Punkte gescort und 5,1 Bälle abgegriffen. US-Shooting Guard Michael Jordan Miller (28 Jahre, 8,7 Punkte, 5,1 Rebounds, 2,6 Assists) wechselte vor der Saison von Ligakonkurrent PS Karlsruhe Lions. Miller ist auch neuer Teamkapitän der RheinStars, nachdem sein Vorgänger Rupert Hennen Ende Januar von der ersten in die zweite Mannschaft der Kölner gewechselt ist. Von BK Ventspils aus Litauen kam der US-amerikanische Power Forward Zachary Watson (26 Jahre, 5,0 Zähler, 3,1 Rebounds). Komplettiert wird der Kölner Kader vom 24-jährigen, in der US-College-Liga NCAA bei den Cedarville Yellow Jackets ausgebildeten Shooting Guard Timothy Davis (3,3 Zähler, 1,7 Rebounds) und Point Guard Maximilian Begue (24, 4,8 Punkte, 2,8 Rebounds).

Das Hinspiel gegen den BBC gewannen die RheinStars am 11. Januar in eigener Halle mit 90:82. BBC-Assistant-Coach Nils Scheller bezeichnete damals die Umstände der Bayreuther Niederlage in der bis zum Schluss hart umkämpften Partie als „super-unglücklich“. Bester Bayreuther Akteur der Partie war der überragende Nat Diallo mit 23 Punkten und acht Rebounds. Beim Rückspiel am Samstag wollen die Bayreuther natürlich Revanche nehmen und nach dem überzeugenden Sieg am vergangenen Samstag in Tübingen vor den eigenen Fans einen weiteren Erfolg erringen.

Trainerstimme BBC-Headcoach Lukas Hofer

Nach dem tollen Sieg in Tübingen gilt es, an die dort gezeigte Leistung anzuknüpfen. Wir werden auf jeden Fall wieder mit sehr viel Energie und Druck in der Defense agieren. Köln hat sich natürlich schon noch ziemlich verstärkt. Kenny Baptiste gibt dem Team noch einmal viele Möglichkeiten, um vor allem defensiv besser agieren zu können. Für uns heißt es, genauso weiterzumachen wie in Tübingen. Wir wollen unsere Offense weiter auf das nächste Level bringen mit schnellen Entscheidungen. Defensiv wollen wir mit viel Druck agieren und insgesamt vor hoffentlich einer vollen Halle eine gute Leistung abrufen.

Aus der Historie

Zwischen Bayreuth und Köln gab es bisher 47 Spiele, davon 45 Spiele in der BBL, ein Spiel in der Pro A  und ein Pokalspiel. 18 Siegen (elf Heim- und sieben Auswärtssiegen) stehen 29 Niederlagen (zwölf Heim- und 17 Auswärtsniederlagen) gegenüber, arbeitete BBC-Vereinshistoriker Dr. Peter-Michael Habermann heraus. Zwischen 1976/77 und 1985/86 gelangen Bayreuth in 29 Begegnungen nur vier Heimsiege und der erste Auswärtsieg am 06.04.1986. In diesem Zeitraum hatten die Wagnerstädter vor allem in der Abstiegsrunde 1978/79, den Meisterschaftsendrunden 1981/82 und 1982/83 sowie der Qualifikationsrunde 1983/84 (mit dem Abstieg Bayreuths in die 2. Liga) jeweils gegen Köln das Nachsehen. Und auch im Playoff-Halbfinale 1985/86 scheiterte man gegen die Domstädter mit 1:2 Siegen. Es gelang nur der bereits erwähnte Auswärtssieg.

Im Playoff-Halbfinale 1987/88 scheiterte die BG Steiner Optik Bayreuth mit 0:2 Siegen gegen den späteren deutschen Meister aus Köln erneut. Der größte Erfolg gelang Bayreuths Korbjägern im Endspiel um den DBB-Pokal am 07.05.1988 in der Ludwigsburger Rundsporthalle: Mit 105:88 (50:38) bezwang man den amtierenden deutschen Meister der Jahre 1987 und 1988 BSC Saturn Köln und holte sich den ersten deutschen Titel der Vereinsgeschichte. In den beiden Spielzeiten 1988/89 und 1989/90 gewann Bayreuth alle weiteren zehn Begegnungen sowohl in der Hauptrunde als auch im jeweiligen Playoff-Halbfinale. Der letzte Heimsieg datiert vom 29.04.1990 und liegt fast 36 Jahre zurück. Damals gewann Steiner Bayreuth im Halbfinale der Playoffs mit 102:70 (45:40). Der letzte Auswärtssieg war zwei Tage zuvor (ebenfalls im Playoff-Halbfinale) am 27.04.1990. Steiner gewann mit 112:100 (53:56). Am Ende der Saison 1989/90 zog sich der zwischenzeitlich nach dem Rückzug seines langjährigen Sponsors (Kaufhof mit der Marke "Saturn") in Galatasaray Köln umbenannte Verein nach erneuter finanzieller Schieflage aus der 1. Bundesliga zurück. Erst in der Saison 2001/02 tauchte mit Rhein Energy Cologne (ab 2003/04 RheinEnergie Köln) wieder ein Club aus Köln vorübergehend (bis 2009) in der BBL auf. 2006 wurden die Domstädter deutscher Meister und 2004, 2005 und 2007 Pokalsieger. Das erstmalige Aufeinandertreffen in der Pro A beim Hinspiel der laufenden Saison am 11.01.2026 verlor der BBC bei den RheinStars Köln mit 82:90 (34:34).

Info

Das Spiel zwischen dem BBC Bayreuth und den RheinStars Köln wird live auf sporteurope.tv übertragen.