NBBL-Mannschaft schafft Sensation im Heimspiel gegen den FC Bayern München

Foto: Sebastian Walter

CYBEX Talents

NBBL-Mannschaft schafft Sensation im Heimspiel gegen den FC Bayern München

Das, was am Sonntagnachmittag beim zweiten Spiel der ersten Playoffrunde der NBBL im Bayreuther Sportzentrum passiert ist, darf man durchaus als Sensation bezeichnen.
Der 92:91 Heimsieg der CYBEX Talents BBC Bayreuth bringt die Best-of-three-Serie damit in das entscheidende Spiel am kommenden Sonntag in München.

Nachdem der Einzug in die Playoffs und der damit verbundene Aufstieg in die Hauptrunde A der Bayreuther U19 Mannschaft so schon nicht zu erwarten war, war ein Sieg gegen den amtierenden Deutschen Meister der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga für viele nicht vorstellbar. So ging doch das Hinspiel in München mit 112:75 mehr als deutlich verloren und der große Vorteil bei Physis und Körperlänge im Kader der Münchener schien für die Bayreuther kaum ausgleichbar zu sein. So haben die Landeshauptstädter mit Kilian Dück (2,10 Meter) und Namik Muratovic (2,20 Meter) gleich zwei Spieler im Kader, die selbst die längsten Bayreuther Akteure deutlich überragen.

Dennoch hat dieses Spiel erneut gezeigt, dass mit der richtigen Energie, perfekter taktischer Einstellung, einem Quäntchen Glück und dem heimischen Publikum im Rücken im Basketball alles möglich ist!

In einer großartigen Mannschaftsleistung ragte am Ende dennoch der Bayreuther Mannschaftskapitän Liam Holländer mit unglaublichen 42 Punkten heraus, der seine Mannschaft in weiten Teilen des Spiels offensiv getragen hat.
Doch es sollte eine sehr spannende Partie werden, die erst in den Schlusssekunden entschieden werden sollte.

1. Halbzeit

Der FC Bayern München startete gut ins Spiel, konnte direkt in Führung gehen und diese auch das ganze erste Viertel lang halten. Bis zum zwischenzeitlichen 24:29 im zweiten Viertel schien der Deutsche Meister die Kontrolle zu haben.
Dann konterten die CYBEX Talents mit einem 12:0 Lauf und holten sich bis zum 36:29 zur Mitte des zweiten Viertels die Führung, die sie bis zur Halbzeit nicht mehr abgaben

2. Halbzeit

Auch nach der Halbzeit blieben die Hausherren immer in Führung und der Vorsprung blieb zwischen zwei und sechs Punkten bestehen. Auch zum Start ins letzte Viertel war Bayreuth weiter mit zwei Punkten in Front.
Als Martin Gelzinis gut vier Minuten vor Ende der Partie auf 84:76 für die Hausherren erhöhte, war der Heimsieg bereits in Reichweite.
Doch mehrere erfolgreiche Abschlüsse des Münchener Topscorer Andrija Susic (23 Punkte, 9 Rebounds) und ein Dreipunktewurf von Pecanac zur Ein-Punkt-Führung für den FC Bayern bei noch etwas mehr als einer Minute zu spielen, gab den Hoffnungen auf einen Überraschungssieg zunächst einen Dämpfer.

Die Schlussphase

Im Gegenzug ließen die Münchener den Bayreuther Topscorer Liam Holländer zu frei stehen, der mit einem erfolgreichen Dreier antwortete. So stand es 55 Sekunden vor Ende des Spiels 90:88 für Bayreuth und München nahm eine Auszeit.
Den folgenden Angriff konnten die Münchener nicht verwerten doch auch Bayreuth konnte im Gegenzug nicht punkten. Der Bayreuther Headcoach Nils Scheller nahm daraufhin bei 15 Sekunden Restspielzeit eine Auszeit. Die Münchener foulten nach dem Einwurf direkt Liam Holländer, der an der Freiwurflinie die Nerven behielt und beide Würfe verwandelte und auf 91:87 für Bayreuth erhöhte.
Die Münchener nahmen daraufhin bei 8 verbleibenden Sekunden ihre letzte Auszeit. Die Gäste konnten allerdings keinen Einwurf im Vorfeld nehmen, da die Auszeit einem Bayreuther Ballverlust in der Münchener Hälfte vorausging. Sie mussten das Feld also schnell überbrücken. Und das gelang auch. Wieder war es Andrija Susic der bei 3 Sekunden Restspielzeit einen einbeinig abgesprungenen Dreipunktwurf über das Brett versenkte. Daraufhin nahm Nils Scheller ebenfalls seine letzte Auszeit und ließ im Vorfeld einwerfen. Bayreuths Nummer 10 Maximilian Eichbaum bekam den Ball warf ihn direkt in Richtung Hallendecke und schon war die Sensation perfekt.

Trotz der deutlichen Unterlegenheit beim Rebound (München gewann das Duell unter den Körben mit 51 zu 27) konnten die Bayreuther durch aggressive Verteidigung 19 Ballgewinne erzwingen und forcierten insgesamt 35 Münchener Ballverluste, was ein großer Schlüssel zum Sieg war.

Headcoach Nils Scheller extrem stolz auf sein Team

„Wir haben mit unglaublich viel Herz und Willen gespielt. Das, was wir körperlich nicht hatten, haben wir durch Ehrgeiz und absolutes Reinhängen wettgemacht. Trotz unserer physischen Unterlegenheit haben wir alles getan, um dagegenzuhalten. Liam Holländer hat ein unfassbares Spiel gemacht, was er alles reingeworfen hat, aber auch wie er die Mannschaft geführt hat. Ich bin sehr stolz auf Liams Entwicklung! In dem Zuge möchte ich aber auch Arturo und Martin Gelzinis, sowie Limana Adoyi hervorheben, die einen unfassbaren Job gegen die physisch weit überlegenen Bayern gemacht haben.“

Topscorer für Bayreuth waren der bereits angesprochene Liam Holländer mit 42 Punkten (6 Dreier), Yannik Zupfer mit 14 Punkten, Limana Adoyi mit 11 Punkten und 6 Rebounds, Maximilian Eichbaum mit 10 Punkten und 6 Rebounds und Aufbauspieler Kilian Walter mit 4 Punkten und starken 7 Assists.

Auf Münchener Seite ragte der bereits angesprochene Andrija Susic mit 23 Punkten, 9 Rebounds und 6 Assists heraus. Center Kilian Dück erreichte ein Double-Double mit 16 Punkten und 10 Rebounds.

Für Nils Scheller ist auch ein weiterer Sieg in München nicht unmöglich: „Den Münchener haben drei Jungs gefehlt. Von daher wird die Aufgabe in München nochmal deutlich schwerer. Wir werden diese Woche alles erdenklich Mögliche versuchen, mit Videoanalyse und Vorbereitung, dass wir bestmöglich in dieses Spiel gehen können. Ab diesem Zeitpunkt in einer Serie ist alles möglich und der Druck liegt bei den Münchenern und nicht bei uns. Wir können befreit aufspielen und schauen was für uns geht. Solange wir es knapphalten können, gibt es auch die Möglichkeit, dass wir das Spiel klauen können!“

Das entscheidende dritte Spiel der Serie findet am kommenden Sonntag, den 29.03. in München statt.