Viele Erkenntnisse aus dem Testspiel gegen Decin

Foto: Stefan Dörfler / Bayreuther Sonntagszeitung

2. Basketball Bundesliga

Viele Erkenntnisse aus dem Testspiel gegen Decin

Medikamente per Klick Bayreuth bei 87:109 (50:54) - Niederlage gegen tschechischen Erstligisten BK ARMEX ENERGY Děčín ohne Chance

Die nahezu komplett neuformierte Mannschaft von Medikamente per Klick Bayreuth hat ihr erstes öffentliches Testspiel vor rund 650 Zuschauern verloren: Fast genau einen Monat vor dem Saisonstart in der ProA war der tschechische Erstligist und Playoff-Teilnehmer BK ARMEX ENERGY Děčín noch eine Nummer zu groß und die Niederlage mit 87:109 (50:54) dementsprechend deutlich.

„Es liegt noch viel Arbeit vor uns“, fasste Bayreuths neuer Head Coach Vincent van Sliedregt nach Spielende zusammen. Erkenntnisse für den Holländer lieferte das Spiel, das nur bis zur Pause ausgeglichen verlief (50:54), bevor die Tschechen nach dem Seitenwechsel sehr schnell für klare Verhältnisse sorgen konnten, einige.

Verletzungsausfälle

Zu den bekannten Ausfällen von Moritz Plescher, Noah Wabersich, Leroy Ikejiaku und Nic McClain gesellte sich kurzfristig noch der Deutsch-Kanadier Simon Hildebrandt, der aufgrund der hohen Belastung in der kanadischen CEBL geschont wurde. Zudem ging US-Rookie Emanuel Prospere angeschlagen in die Partie, kam insgesamt keine sieben Minuten zum Einsatz und blieb nahezu wirkungslos. Personelle Probleme - insbesondere im Backcourt - konnten die Medikamente per Klick-Korbjäger somit kaum wegstecken. Das zeigte sich gleich zu Beginn des Spiels, als Glen Abram nach seinem zweiten frühen Foul auf die Bank musste und dadurch die Struktur im Aufbauspiel vorübergehend abhandenkam. Aus einer 17:6 – Führung (6.) wurde ein 24:27 – Rückstand (10.) zur ersten Viertelpause.

Eifriger Nachwuchs

Die personellen Probleme bescherten den Bayreuther Nachwuchsspielern reichlich Einsatzzeit. Liam Holländer wusste diese am besten für sich zu nutzen, agierte selbstbewusst und kam am Ende auf knapp 15 Einsatzminuten, in denen er 5 Punkte verbuchte und sich eine der schönsten Bayreuther Aktionen mit einem sehenswerten Assist auf Collin Metcalf gutschreiben konnte. Leo Friedlein und Yannik Zupfer zeigten sich emsig, gegen die robuste Defensive der Tschechen aber zuweilen auch noch etwas überfordert.

Nachteile beim Rebound

In den Rebound-Duellen mussten sich die Bayreuther klar geschlagen geben, am Ende stand es 31:22 für die Korbjäger aus dem Nachbarland. Collin Metcalf war der einzige Bayreuther Spieler, der vorne wie hinten konsequent die Nähe der Bretter suchte – seine vier Rebounds markierten teamintern den Bestwert. Stark vermisst wurde unter diesem Aspekt Taje Kelly. Der US-Forward punktete aus der Distanz und an der Freiwurflinie (8/10), spielte seine physischen Vorteile an den Brettern jedoch zu wenig aus und kam lediglich auf zwei Rebounds. Das Mitwirken von Simon Hildebrandt dürfte dem Bayreuther Aufgebot hier gut zu Gesicht stehen.

Feuerpower von außen

Die Bayreuther legten von außen los wie die Feuerwehr – unter den ersten sechs Korberfolgen waren fünf Dreier - und deuteten an, dass der Wurf aus der Distanz vermutlich zu einer Stärke des Teams zählen wird: Frierson beendete das Spiel als Topscorer mit 20 Punkten (6/11 Dreier), gefolgt vom fleißigen Joshua Bonga (4/9 Dreier) und Taje Kelly (3/5). In Summe waren es am Ende 15 erfolgreiche Dreipunktwürfe mit ordentlicher Trefferquote (42%). Die tschechischen Gäste benötigten für ihre 12 Treffer allerdings lediglich 28 Versuche (43%).

Verteidigungsarbeit

Die Bayreuther Korbjäger bekamen wenig defensiven Zugriff und konnten die sichere und schnelle Ballbewegung der Tschechen nur selten stören. Von insgesamt lediglich sieben Ballgewinnen (Decin 13), verbuchten Frierson und Routinier Kevin Wohlrath jeweils zwei.

Ausblick

Vor dem Medikamente per Klick Cup am kommenden Wochenende, in den die Bayreuther mit einem Frankenderby gegen die Falcons Nürnberg starten, bleibt einiges an Arbeit für Head Coach Vincent van Sliedregt.

Stimmen zum Spiel

Vincent van Sliedregt

"Zunächst geht mein Dank an die Fans. Wir durften uns endlich vor euch zeigen und ihr seid gekommen, um uns zu unterstützen. Für uns war es in der Hinsicht ein nützlicher Test, dass er uns gezeigt hat, woran wir noch arbeiten müssen. Dazu kam natürlich eine fehlende Tiefe heute im Kader. Man kann zwar versuchen, das zu verstecken, aber momentan haben wir einfach nicht genügend Profis auf diesem Level, um mit Spielen wie heute zurechtzukommen. Aber dadurch entstehen auch Chancen. Unsere jungen Spieler konnten sich heute zeigen, auch wenn es noch nicht immer erfolgreich verlief. Aber genau da beginnt der Lernprozess. Du ergreifst zuerst die Chance.
Aber natürlich gab es noch andere Erkenntnisse. Unser Fokus über das gesamte Spiel war nicht hoch genug und unsere Intensität und Kommunikation sind teilweise abgefallen und das sind Dinge, die lieber jetzt passieren, damit wir noch Zeit haben, daran zu arbeiten. Es liegt jetzt an mir und meinem Trainerteam sicherzustellen, dass wir uns diesen Problemen schnell annehmen."

Joshua Bonga

"Es war schön, zum ersten Mal vor unserem Publikum in der Oberfrankenhalle zu spielen. Man hat schon ein bisschen was von der Energie gespürt. Wir haben heute schon ein gewisses Learning aus unseren Fehlern mitnehmen können. Dass wir mehr zusammenspielen sollten, dass wir defensiv mehr füreinander da sind und mehr miteinander reden. Offensiv war es schon ganz OK, aber defensiv müssen wir lernen, besser als Team zusammenzuarbeiten."

 

Medikamente per Klick Bayreuth: Bonga (14/4), Kelly (17/3), Frierson (20/6), Wohlrath (4), Prospere (0), Holländer (5/1), Friedlein (2), Zupfer (2), Krucky (0), Abram (11/1), Würmseher (2), Metcalf (10)

BK ARMEX ENERGY Děčín: Gabriel (13/1), Kucirek (4), Vyoral (17/4), Grazulis (7/1), Zizka (8), Timko (23/2), Grill (4/1), Kristan (13/1), Pomikalek (15/3), Sterba (5)