Der Post SV und die ersten Erfolge
1970-1979
Basketball der 1970er Jahre und heute ist kaum vergleichbar. Damals wurden zweimal 20 Minuten gespielt, die Angriffszeit lag bei 30 Sekunden. Einen Dreipunktewurf gab es noch nicht. Eine Partie wurde von zwei Schiedsrichtern geleitet und die Spielernummern gingen nur von 4 bis 15. Die Aktiven waren keine Profis, die von ihrem Sport leben konnten. Es waren Idealisten, die teilweise auswärts studierten und mehrmals die Woche über 200 km einfache Anreise zum Training auf sich nahmen. Sie erhielten für ihren Sport kein Gehalt und mussten sich ihre Trikots und Schuhe selbst kaufen. Obwohl gut durchtrainiert waren die Spieler von damals nicht so athletisch und im Durchschnitt viel kleiner als heute. Die Teamsprache war Deutsch, erst mit Verpflichtung der ersten Amerikaner hielt auch die englische Sprache Einzug in die Bundesliga. Pro Mannschaft war nur ein Ausländer spielberechtigt. Die Akteure kamen überwiegend aus der Region, spielten mehrere Jahre für ihren Verein und waren Identifikationsfiguren für die heimischen Fans, die zu jener Zeit allerdings noch nicht in Massen in die Sporthallen strömten. Arenen heutiger Dimension gab es damals noch nicht, dazu auch kaum Sponsoren und eine nur geringe Medienpräsenz. Nur die Begeisterung war damals schon so groß wie heute…


Im Unterschied zur 1. Basketball-Bundesliga existiert eine 2. Bundesliga erst seit der Spielzeit 1975/76. Im September 1975 hatte die 2. Basketball-Bundesliga erstmals ihren Spielbetrieb aufgenommen. In den beiden Gruppen Nord und Süd mit je 10 Mannschaften wurden die jeweiligen Tabellenersten als Aufsteiger in die erste Bundesliga ermittelt. Die Gründungsmitglieder der Gruppe Süd setzten sich aus Absteigern aus der ersten Bundesliga Süd (TG Hanau, SG BC/USC München II, USC Mainz) und Aufsteigern aus den Regionalligen (Post SV Bayreuth, Eintracht Frankfurt, USC Heidelberg II, BG Heidelberg, Post-SG Mannheim, SV Möhringen, TuS 07 Ludwigsburg) zusammen. Unter den Gründungsmitgliedern sind insgesamt sechs ehemalige Erstligisten vertreten.
Mit 8 Heim- und 7 Auswärtssiegen und nur 1 Heim- und 2 Auswärtsniederlagen stieg der Post SV Bayreuth als Tabellenführer der Gruppe Süd 1976 direkt in die 1. Basketball-Bundesliga auf.
Die ersten Jahre der Bundesligazugehörigkeit Bayreuths waren trotz mancher Überraschungssiege gegen namhafte Gegner geprägt vom stetigen Kampf um den Klassenerhalt. Bis 1983/84 bestand die 1. Bundesliga aus nur 10 Mannschaften und war somit deutlich kleiner als heute. Zu den Topteams von damals zählten Heidelberg, Gießen Leverkusen, Göttingen, Köln, Hagen und Wolfenbüttel, gegen die es für Bayreuth meist „nichts zu holen“ gab.
So belegte das Team des Post SV Bayreuth in der Saison 1976/77 nach der Hauptrunde nur den vorletzten Platz. In der Qualifikationsrunde mit den vier besten Zweitligisten aus dem Süden konnte der Klassenerhalt dank eines knapp besseren Korbverhältnisses noch sichergestellt werden.
Auch in der Spielzeit 1977/78 standen die Schützlinge von Trainer Peter Müller nach Abschluss der Hauptrunde wieder nur auf dem neunten Tabellenplatz, obwohl ihnen zwischendurch das Kunststück gelungen war, den amtierenden Deutschen Meister USC Heidelberg vor heimischer Kulisse nach Verlängerung zu schlagen. Im Gegensatz zum Vorjahr war der Bundesligaverbleib in der zu absolvierenden Qualifikationsrunde mit den besten Zweitligisten und Mitkonkurrent Bamberg recht bald „in trockenen Tüchern“.
Nach Siegen gegen Hagen und in Bamberg stand der Post SV unter Trainer Rudi Lorber zu Beginn der Saison 1978/79 erstmals in seiner Vereinsgeschichte kurzzeitig an der Tabellenspitze der 1. Bundesliga. Doch nach einigen unglücklichen Niederlagen belegte man am Ende der Hauptrunde nur Platz 8 und musste nach neuem Modus in die Abstiegsrunde der letzten Vier. Unvergessen ist dabei das Schicksalsspiel um den Klassenerhalt gegen den punktgleichen FC Bamberg. Erst ein Korberfolg mit der Schlusssirene sicherte Bayreuth ein weiteres Jahr Erstklassigkeit, während der oberfränkische Rivale in die 2. Liga absteigen musste.
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Meilensteine dieser Epoche
Vor fast 60 Jahren wurde die Basketball-Bundesliga gegründet. Von den aktuell in der BBL vertretenen Standorten zählen Frankfurt, Heidelberg, München und Oldenburg zu den Gründungsmitgliedern des 1966/67 erstmalig in zwei regionalen Gruppen (Nord und Süd) ausgetragenen Wettbewerbs.
Mit Gießen, Göttingen und Hagen sind weitere „Liga-Urgesteine“ aktuell in der Pro A vertreten.
Düsseldorf, Hagen und Heidelberg waren mit jeweils zwei, München sogar mit drei Vereinen beim Bundesliga-Auftakt beteiligt. Mit den Neuköllner Sportfreunden gelang 1967/68 dem ersten Club aus Berlin der Sprung in die 1. Liga, Würzburg folgte 1968/69 sowie Bamberg und Hamburg 1970/71.
Bayreuth stieg vor 40 Jahren am Ende der Saison 1975/76 als Meister der 2. Bundesliga Süd erstmals ins Basketball-Oberhaus auf. Parallel hierzu gelang Göttingen die Zweitligameisterschaft in der Gruppe Nord und somit der Wiederaufstieg.
Die anderen der heutigen BBL-Standorte stiegen erst viel später erstmalig in die Beletage des deutschen Basketballs auf: Ludwigsburg (1980/81), Braunschweig und Ulm (1988/89), Bonn (als Godesberger TV) und Trier (1990/91), Weissenfels (1999/00), Jena (2007/08), Vechta (2013/14), Chemnitz (2020/21), Rostock (2022/23).
Von Dr. Peter-Michael Habermann
Im Unterschied zur 1. Basketball-Bundesliga existiert eine 2. Bundesliga erst seit der Spielzeit 1975/76. Bis zur Saison 2006/07 gab es die beiden regionalen Staffeln Nord und Süd, welche ab 2007/08 durch den eingleisigen Ligabetrieb der Pro A und die ihr nachgeordnete zweigleisige Pro B abgelöst wurden.
Im September 1975 hatte die 2. Basketball-Bundesliga erstmals ihren Spielbetrieb aufgenommen. In den beiden Gruppen Nord und Süd mit je 10 Mannschaften wurden die jeweiligen Tabellenersten als Aufsteiger in die erste Bundesliga ermittelt.
Die Gründungsmitglieder der Gruppe Süd setzten sich aus Absteigern aus der ersten Bundesliga Süd (TG Hanau, SG BC/USC München II, USC Mainz) und Aufsteigern aus den Regionalligen (Post SV Bayreuth, Eintracht Frankfurt, USC Heidelberg II, BG Heidelberg, Post-SG Mannheim, SV Möhringen, TuS 07 Ludwigsburg) zusammen. Unter den Gründungsmitgliedern sind insgesamt sechs ehemalige Erstligisten vertreten.
Mit 8 Heim- und 7 Auswärtssiegen und nur 1 Heim- und 2 Auswärtsniederlagen stieg der Post SV Bayreuth als Tabellenführer der Gruppe Süd 1976 direkt in die 1. Basketball-Bundesliga auf.
Von Dr. Peter-Michael Habermann
Mit einem 96:57-Sieg bei der DJK Rosenheim behauptete der Post SV Bayreuth im März 1975 seinen 3. Tabellenplatz in der Basketball-Regionalliga Süd und qualifizierte sich damit direkt für die ab der Spielzeit 1975/76 neu geschaffene 2. Bundesliga Süd. Mit diesem Erfolg krönte die Mannschaft um die Brüder Georg, Hans und Thomas Kämpf und den nicht mit ihnen verwandten Kapitän Wolfram Kämpf im zehnten Jahr des Bestehens einer oberfränkischen Basketballabteilung ihren rasanten Aufstieg von der Bezirksliga über die Landes-, Bayern- und Regionalliga in die zweithöchste deutsche Spielklasse. Neben den Fußballern der „Altstadt“ waren nun auch Bayreuths Korbjäger zu einem wichtigen sportlichen Aushängeschild der Wagnerstadt gereift.
Nach Duellen mit den Rivalen aus acht süddeutschen Basketball-Hochburgen (Frankfurt, Hanau, Heidelberg, Ludwigsburg, Mainz, Mannheim, Möhringen, München) und einer überraschenden Herbstvizemeisterschaft in der Gruppe Süd wurde der Traum, erstmalig und auf Anhieb sogar den Sprung in die 1. Basketball- Bundesliga zu schaffen, am Ende der Saison 1975/76 Wirklichkeit.
Mit 8 Heim- und 7 Auswärtssiegen und nur 3 Niederlagen (daheim gegen Hanau und auswärts in Ludwigsburg und Möhringen) dominierte der Post SV Bayreuth das Spielgeschehen in der 2. Bundesliga Gruppe Süd. Gegenüber den beiden Mitfavoriten aus Ludwigsburg und Möhringen entschied am Ende nur ein einziger Auswärtssieg über Tabellenführung und Zweitligameisterschaft und damit den direkten Aufstieg in die 1. Basketball-Bundesliga.
Die Entscheidung fiel bereits am vorletzten Spieltag in der Auswärtspartie bei SG BC/USC München. In der Volleyball-Olympiahalle in Bayerns Landeshauptstadt gelang den „Postlern“ ein ungefährdeter 93:70 (48:36)-Erfolg, der zu Jubelstürmen der mitgereisten Fans und eine Bombenstimmung in der Bayreuther Kabine führte.
Am Rande des Heimspiels gegen Brose Bamberg am 27.03.2016 würdigte medi bayreuth fast auf den Tag genau 40 Jahre nach dem erstmaligen Aufstieg eines Bayreuther Teams in die BBL anlässlich dieses bedeutenden Meilensteins der Bayreuther Basketball-Geschichte die Akteure von damals, von denen fast alle der Einladung gefolgt waren. Viele von ihnen hatten sich über 30 Jahre nicht mehr gesehen. Sogar der erste Amerikaner der Historie, Jonathan Chapman, war extra zu diesem Jubiläum aus den USA an seine alte Wirkungsstätte angereist.
Von Dr. Peter-Michael Habermann
Der Auftaktgegner des Post SV Bayreuth in seinem allerersten Spiel in der 1. Basketball-Bundesliga am 18.09.1976 im heimischen Sportzentrum war kein geringerer als der damalige amtierende deutsche Meister und Pokalsieger TuS 04 Leverkusen. Der mit zahlreichen Nationalspielern besetzte Kader des bundesligaerfahrenen Topfavoriten wies gegenüber dem Aufsteiger aus Bayreuth deutliche Größenvorteile auf.
Im Kampf David gegen Goliath gelang es Kämpf, Chapman & Co. lange Zeit dagegenzuhalten und das Spiel bis zum Halbzeitstand von 46:52 einigermaßen offenhalten. In der zweiten Halbzeit waren die „Riesen vom Rhein“ jedoch nicht mehr zu stoppen. Mit einem 64:103 wurde es für Bayreuths Spitzenbasketball die für lange Zeit höchste Heimniederlage der Geschichte. Dieser „ewige“ Negativrekord wurde erst am 07.10.2015 beim 58:98-Debakel zum Heimauftakt der Saison 2015/16 gegen die Basketball Löwen Braunschweig nochmals übertroffen!
Für die Punkte in Bayreuths allererstem Spiel in der BBL sorgten Chapman (25), G. Kämpf (13), Mösch (10), Kamm (6), T. Kämpf (4) sowie W. Kämpf, Oliwa und Weckwerth (jeweils 2).
Von Dr. Peter-Michael Habermann
Oberfrankenderbys gegen den Erzrivalen aus Bamberg zählen zu den Highlights der Bayreuther Basketballgeschichte. Das bislang letzte Aufeinandertreffen der beiden oberfränkischen Nachbarn war das Rückspiel in der Hauptrunde der BBL am 07.05.2023 in Bamberg. Insgesamt gab es 85 Begegnungen, davon 74 in der BBL, 4 in der 2. Bundesliga und 7 im DBB- bzw. BBL-Pokal, von denen Bayreuths Korbjäger allerdings nur 33 gewinnen konnten.
Im allerersten Oberfrankenderby trafen am 06.10.1976 in der 1. Basketball-Bundesliga Erstliga-Neuling Post SV Bayreuth und Routinier FC Bamberg im ausverkauften Bayreuther Sportzentrum aufeinander. Mit kämpferischem Einsatz und schnellem Systembasketball konnten die Hausherren zu Beginn der Partie einen 8-Punkte-Vorsprung herausspielen, der sich bis zum 43:45-Halbzeitstand allerdings wieder aufzehrte. Gründe hierfür waren die zunehmend schlechte Wurfausbeute bei Freiwürfen sowie aus der Distanz und dabei häufig im Übereifer ausgelassene 100%- Chancen. Im zweiten Spielabschnitt hatte es den Anschein, dass Bayreuth noch für eine Überraschung sorgen könnte, doch nach dem Spielstand von 72:69 zog Bamberg auch dank der mannschaftlichen Größenvorteile uneinholbar davon. Am Ende setzte es eine 86:103-Niederlage gegen den Lokalrivalen, der erst eineinhalb Jahre später erstmals bezwungen werden konnte.
Die Punkte für Bayreuth erzielten Chapman (31), G. Kämpf (21), Kamm (8), Mösch (7), Hartmann (7), T. Kämpf (6), H. Kämpf (4) und W. Kämpf (2).
Von Dr. Peter-Michael Habermann
Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Diese Erfahrung machte auch der Post SV Bayreuth in seinem ersten Bundesligajahr 1976/77. Nach souveränem Vorjahresaufstieg aus der 2. Bundesliga Süd fand sich das mit US-Neuzugang Jonathan Chapman verstärkte Team um die Brüder Hans, Thomas und Georg Kämpf am 13. Spieltag der Saison mit 0:26 Punkten einsam am Tabellenende wieder. Trotz durchaus ansprechender Leistungen hatte die von Peter Müller trainierte Mannschaft bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Spiel gewinnen können.
Am 4.12.1976 war der SSC Göttingen zu Gast im Bayreuther Sportzentrum. Gegen den Mitaufsteiger sollte es mit dem allerersten Sieg in der höchsten deutschen Spielklasse endlich klappen.
Zu Beginn der Partie konnten die Niedersachsen zunächst eine knappe Führung behaupten. Einer ihrer Routiniers war übrigens der später als Bundestrainer und Coach von Göttingen und Bamberg erfolgreiche Terry Schofield. Mit zunehmender Spieldauer gelang es jedoch Kämpf, Chapman und Co. dank hervorragender kämpferischer Leistung und mannschaftlicher Geschlossenheit das Blatt noch zu wenden. Zur Halbzeit lag man mit 36:33 vorn.
In der zweiten Halbzeit wechselte die Führung zunächst hin und her, doch gegen Ende der Begegnung hatten sich die Gastgeber aufgrund ihrer aggressiven Abwehrarbeit, eines druckvoll vorgetragenen Angriffspiels und der besseren Treffsicherheit immer weiter abgesetzt. Mit einem 88:73-Erfolg wurde nicht nur der erste Heimsieg und doppelte Punktgewinn in der 1. Bundesliga gefeiert, der deutliche Sieg war auch eine gelungene Revanche für die erlittene 94:103- Vorrundenniederlage.
Topscorer der Partie waren Chapman und G. Kämpf (je 20). Die weiteren Punkte erzielten T. Kämpf (12), Weckwerth und Hartmann (je 10) sowie Kamm, Mösch, W. Kämpf und H. Kämpf (je 4). Oliwa wurde wegen Grippe nicht eingesetzt.
Von Dr. Peter-Michael Habermann
Am 01.10.1977 gab mit dem USC Heidelberg der amtierende Deutsche Meister und Pokalsieger im Sportzentrum seine Visitenkarte ab, gegen den der Post SV in der Vorsaison in seinem ersten Bundesligajahr kein einziges Spiel gewinnen konnte. Und auch im Achtelfinale des DBB-Pokals war trotz des Heimvorteils gegen die Neckarstädter Endstation.
Umso bemerkenswerter war die Leistung von Kämpf, Chapman, Oliwa & Co. gegen die mit mehreren Nationalspielern besetzen Heidelberger am dritten Spieltag der Saison 1977/78. Mit großem kämpferischen Einsatz und spielerischer Klasse gelang es den Wagnerstädtern, ein Match auf Augenhöhe zu gestalten. Zur Halbzeit lag man knapp mit 38:35 vorn.
In der zweiten Halbzeit glückte nach einer Aufholjagd ein 75:64-Vorsprung, der aber in den letzten zwei Minuten der Begegnung zu einem 75:75 dahinschmolz. In der darauffolgenden erstmaligen Verlängerung in einem Bundesliga-Spiel behielt der Post SV im Hexenkessel des ausverkauften Sportzentrums jedoch die Oberhand und besiegte den USC Heidelberg sensationell mit 86:84.
Dem Underdog aus Bayreuth war der erste Sieg der noch jungen Saison 1977/78 und erstmals in seiner Geschichte überhaupt ein Erfolg gegen eine der Topmannschaften der 1. Basketball-Bundesliga gelungen.
Topscorer der Partie war G. Kämpf mit 24 Punkten. Die weiteren Korbpunkte erzielten Chapman (17), Kamm, Mösch und W. Kämpf (jeweils 10), Weckwerth (6), Oliwa (4), T. Kämpf (3) sowie Graf (2).
Von Dr. Peter-Michael Habermann
Mit 4 Siegen und 7 Niederlagen belegte der Post SV Bayreuth nach dem elften Bundesliga-
Spieltag in der Saison 1978/79 nur den drittletzten Tabellenplatz, punktgleich übrigens mit
seinem Erzrivalen aus Bamberg, gegen den es im Oberfrankenderby zuvor eine
enttäuschende 58:64-Heimniederlage gegeben hatte. Am 18.11.1978 gastierte mit dem TuS
04 Leverkusen der amtierende Spitzenreiter der BBL im Bayreuther Sportzentrum. Die mit
einigen Nationalspielern ausgestatteten „Riesen vom Rhein“ taten sich zunächst schwer
gegen voll motivierte Bayreuther, welche nach anfänglich wechselnder Führung einen 47:44-
Vorsprung in die Halbzeitpause retten konnten.
Doch in der zweiten Spielhälfte zeigte der bereits in den 1970er Jahren mehrfache Deutsche
Meister und Pokalsieger seine ganze Klasse und Korbsicherheit. Kämpf, Chapman, Oliwa &
Co. wehrten sich in einer dramatischen Schlussphase gegen die drohende Niederlage und
gerieten dabei zunehmend in Foultrouble. Dennoch gelang dem Team von Trainer Rudi
Lorber mit Ablauf der regulären Spielzeit ein hart erkämpftes 88:88.
Am Ende gewann Leverkusen dank seiner Routine das Spiel mit 103:96. Doch Bayreuths
Korbjäger konnten stolz darauf sein, ein Topteam der Liga in die Overtime gezwungen zu
haben.
Die Punkte für Bayreuth erzielten G. Kämpf (31), Chapman (21), Voigt (16), Oliwa (15),
Wagner (7) und Graf (6). Thaler, T. Kämpf, W. Kämpf und N. Nicklas kamen nicht zum
Einsatz.
Von Dr. Peter-Michael Habermann
34 Jahre war Bayreuth in der 1. Basketball-Bundesliga vertreten und zählte dort lange Zeit
zu den Spitzenteams. Insgesamt drei deutsche Titel krönen den sportlichen Erfolg. Mit dem
zwischenzeitlich gelungenen Wiederaufstieg 2009/10 wollte der BBC Bayreuth an
traditionsreiche Zeiten anknüpfen, bevor der Weg nach 13 Jahren im Basketball-Oberhaus
erneut zurück in die 2. Bundesliga/Pro A führte.
Doch nicht nur Finalspiele garantierten Spannung und Dramatik, auch manches Spiel gegen
den Abstieg war nichts für schwache Nerven. So war auch die Begegnung des Post SV
Bayreuth gegen den FC Bamberg am 3.3.1979 im alles entscheidenden Kampf der beiden
Tabellen-Schlusslichter um den Klassenerhalt eine wahre Zitterpartie.
Die Atmosphäre im überfüllten Sportzentrum glich einem Hexenkessel. Zuerst dominierte
Bamberg das Spiel mit traumhaften Distanzwürfen und einem alles überragenden Holger
Geschwindner. Der Ex-Nationalspieler und spätere Mentor von Dirk Nowitzki erzielte
insgesamt 36 Punkte und damit nahezu die Hälfte aller Bamberger Körbe. Dennoch konnte
Bayreuth dank des beherzten Einsatzes von Kämpf, Chapman & Co. den Rückstand
verkürzen und zur Halbzeit sogar mit 45:43 in Führung gehen.
In der zweiten Halbzeit mussten beide Center des FC Bamberg foulbedingt das Spielfeld
verlassen. Bayreuth profitierte von diesem Umstand, konnte aber die herausgespielte
Führung nicht halten. Die Domstädter kamen wieder heran und schafften in einer
dramatischen Schlussphase zweimal den Ausgleich.
Sekunden vor Ende der Partie erzielte der Ex-Bamberger Manfred Voigt das 81:79 für die
Gastgeber und schickte damit den oberfränkischen Erzrivalen aus Bamberg in die 2. Liga.
Der Post-SV blieb erstklassig und spielte fortan als USC Bayreuth in der Bundesliga.
Erfolgreichste Bayreuther waren Georg Kämpf (26), Chapman (23) und Voigt (12). Weitere
Punkte erzielten Oliwa (8), Wagner (6), Thomas Kämpf (4) und Graf (2). Im Aufgebot waren
zudem Wolfram Kämpf, Nicklas und Mösch.
Von Dr. Peter-Michael Habermann


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